Die Ausstellung des Diözesanmuseums Namur lädt dazu ein, den Marienkult vom 16. Jahrhundert bis heute anhand von Bildern und oft bescheidenen, aber bedeutungsvollen Devotionalien zu entdecken. Anstatt Meisterwerke zu zeigen, rückt sie sogenannte wundertätige Statuen, Andenken, Votivgaben und handwerkliche Objekte — manchmal als kitschig bezeichnet — in den Mittelpunkt, die von schützenden Verwendungen und rituellen Praktiken rund um die Jungfrau Maria zeugen.
Mit einem anthropologischen Ansatz untersucht die Ausstellung die Gesten, Riten und Orte, die diesen Bildern Leben einhauchen: ihre Reproduktion und Verbreitung, ihre Rolle als verehrte oder dargebrachte Objekte und ihre Fähigkeit, Gemeinschaften und Regionen zu prägen. Ziel ist nicht die souveräne Ästhetik, sondern der Kontakt mit dem Menschen und seiner Beziehung zur Spiritualität, wie sie durch Alltagsgegenstände und volkstümliche Praktiken sichtbar wird.
Eine Ausstellung des Domschatzes und Diözesanmuseums von Namur.
Rue de Fer 35, Namur, Belgique